|
Jahresbericht 2008 - Betreuungsverein
Im 17. Jahresbericht seit Bestehen des SKFM-Betreuungsvereins legen wir Ihnen
die wichtigsten Informationen aus dem Berichtsjahr 2008 vor.
Der SKFM St. Wendel wird vor allem durch das ehrenamtliche Engagement seiner
Mitglieder getragen. Etwa die Hälfte der Mitglieder sind als ehrenamtliche
Betreuer tätig. Wir beobachten eine zunehmende Belastung durch komplizierter und
aufwendig werdende Sozialsysteme und größerer Verantwortung. Aus diesem Grund
nehmen auch zunehmend Betreuerinnen und Betreuer aus dem familiären Umfeld
unsere Hilfe in Anspruch, ohne diese einige nicht mehr in der Lage wären, die
Betreuung weiterzuführen.
Einige Mitglieder stehen als Betreuer zur
Verfügung ohne zurzeit konkret Betreuungen zu führen, manche mussten aus Alters-
oder Gesundheitsgründen ihre bisherige Tätigkeit aufgeben, bleiben aber dem
Verein weiterhin „treu“. Andere fühlen sich dem Verein verbunden, nutzen die
regelmäßigen Informationsangebote, den Gedankenaustausch und unterstützen ihn
ideell. Im vergangenen Jahr konnten wir 11 neue Mitglieder begrüßen, 4
Mitglieder sind 2008 verstorben.
Im Jahre 2008 wurden 43 Betreuungen an
ehrenamtliche Betreuer vermittelt. 17 Betreuungen mehr als 2007.
In
unserer Tätigkeit kooperieren wir mit dem Vormundschaftsgericht, der
Betreuungsbehörde und sozialen Diensten und Einrichtungen. In
Arbeitsgemeinschaften und Gremien vertreten wir den SKFM. In unserem Landkreis
stehen wir im Rahmen von Informationsveranstaltungen und als Referenten über das
Betreuungsrecht und Vorsorgevollmachten vielen Einrichtungen zur Verfügung.
Für die gute Zusammenarbeit bedanken wir uns an dieser Stelle.
Der SKFM
St. Wendel ist ein eigenständiger Verein im „SKM-Katholischer Verband für
soziale Dienste in Deutschland e. V.“ und im „SKM-Katholischer Verein für
soziale Dienste - Diözesanverein Trier“, somit auch selbst Fachverband im
Deutschen Caritasverband. Wir sind christlich orientiert und motiviert, die
Mitgliedschaft ist aber nicht an eine Religionszugehörigkeit gebunden. Unsere
Tätigkeit ist ausgerichtet an der Hilfebedürftigkeit von Menschen, unabhängig
von deren ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit.
Mitglieder
|
2007
|
2008
|
|
Mitgliederstand am 01.01.
|
249
|
271
|
|
Mitgliederstand am 31.12.
|
271
|
278
|
|
Frauen
|
169
|
172
|
|
Männer
|
102
|
106
|
|
|
|
|
|
als Betreuer aktiv tätig
|
122
|
133
|

Vorstand
Dem Vorstand gehören zur
Zeit an:
| Horst Schreiter |
1. Vorsitzender |
| Bernd Walter |
2. Vorsitzender |
| Abt Makarios Hebler |
geistlicher Beirat |
| Wilma Ganz |
Schriftführerin |
| Helmut Brandt |
Schatzmeister |
| Klara Feld |
Beisitzerin |
| Rudi Schmidt |
Beisitzer |
| Ute Spohn |
Beisitzerin |
| Dr. Johannes Engel |
Beisitzer |
| Alois Wilhelm |
Beisitzer |
Geschäftsstelle
Die Geschäftsstelle befindet sich in der Domgalerie,
Luisenstraße 2, in St. Wendel.
Als hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt
der SKFM Frau Bärbel Spohn, Dipl. Sozialarbeiterin (Vollzeit), Herrn Michael
Paulus, Bankkaufmann (halbtags), Herrn Rafael Mrugalla, Dipl. Sozialarbeiter
(Vollzeit). Herr Paul Allerchen, Dipl. Sozialpädagoge, war noch bis zum
31.01.2008 halbtags für unseren Verein tätig. Frau Helga Pieper unterstützt
die hauptamtlichen Mitarbeiter als Verwaltungsmitarbeiterin. Sie ist
stundenweise beschäftigt.
Veranstaltungen
|
2007
|
2008
|
|
Mitgliederversammlung
|
1
|
1
|
|
Meditationsnachmittage in der
Abtei Tholey
|
2
|
1
|
|
Sonstige (Sommerfest)
|
1
|
1
|
|
Öffentlichkeitsarbeit
|
2007
|
2008
|
|
Rundbriefe "BRIEF"
(Mitteilungsblatt an alle Mitglieder, Informationsträger,
soziale Institutionen und Multiplikatoren, Auflage: ca. 440)
|
4
|
4
|
|
Pressemitteilungen als
Veranstaltungshinweise und Berichte
|
27
|
23
|
Aufgaben nach § 1908 f BGB
(gewinnen, beraten, schulen, betreuen von
ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern und Bevollmächtigten)
|
Ehrenamtliche Betreuungen |
2007 |
2008 |
|
Ehrenamtliche Betreuer im Verein |
122 |
133 |
Der SKFM verfügt momentan über 133 ehrenamtliche Betreuer, die
aktiv eine oder mehrere Betreuungen führen. 60 Betreuer sind außerhalb des
eigenen Familienkreises tätig und betreuen ihnen vorher nicht bekannte Menschen.
73 ehrenamtliche Betreuer führen Betreuungen innerhalb ihres Familien- und
Bekanntenkreises. Wir beobachten zunehmend, dass diese sog. Familienbetreuer
sich immer öfter an den SKFM wenden. Die Ursache vermuten wir im immer
komplizierter werdenden „Alltagsgeschäft“ im Betreuungswesen.
Leider
müssen wir beobachten, dass zunehmend Beratungsbedarf wegen Streitigkeiten in
der Familie des Betroffenen entsteht. Die Hilfe, die dann bei uns angefragt
wird, ist nicht primär von betreuungsrechtlicher Natur, sondern resultiert aus
der Uneinigkeit zwischen den Familienangehörigen der betroffenen Personen. Der
Betreuer ist in dieser Situation überfordert und bittet den SKFM um Hilfe.
Weiterhin verfügt der SKFM über einen „Pool“ von 45 Personen, die den Verein
momentan durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen und bereit sind, bei geeigneten
„Fällen“, eine oder mehrere ehrenamtliche Betreuungen zu übernehmen.
Vermittlungen
|
2007
|
2008
|
|
1.
Anfragen zur Übernahme von Betreuungen im gesamten Jahr
|
55
|
71
|
|
2.
an Ehrenamtliche vermittelt
|
26
|
47
|
|
3.
Betreuungen an Vereinsbetreuer vermittelt
|
25
|
19
|
|
4.
Betreuung war nicht erforderlich
|
1
|
1
|
|
5.
Sonstiges
|
3
|
3
|
|
6.
Kontakte in der Vermittlungstätigkeit
|
198
|
210
|
Zu 1.
Anfragen an den Verein z. B. durch das Gericht, Betreuungsbehörde,
Einrichtungen, andere Betreuer und Angehörige.
Zu 2.
Ehrenamtliche sind Mitarbeiter des Vereins, auch Familienangehörige,
die neu gewonnen werden konnten. Unter Vermittlung verstehen wir, wenn
dem Gericht oder der Betreuungsbehörde ein Betreuer genannt wird, auch
wenn die Bestellung noch nicht erfolgte.
Zu 4. Die Betreuung ist z.
B. nicht erforderlich, wenn soziale Hilfen gefunden werden, durch die
die Angelegenheiten des Betroffenen geregelt werden können oder der
Betroffene verstirbt.
Zu 5. Hierzu zählt z. B., wenn die Betreuung vom
Gericht abgelehnt oder aufgehoben wurde oder ein Betreuerwechsel nicht
erforderlich war oder die Anfrage nicht von uns vermittelt werden
konnte.
Zu 6.
Es sind die persönlichen, telefonischen, schriftlichen Kontakte mit
Personen oder Institutionen, die dem Ziel dienen, die Betreuung zu
vermitteln. Hier sind fast ausschließlich Kontakte gezählt, die zur
Vermittlung Ehrenamtlicher führen, da bei der Vermittlung der
Vereinsbetreuer kaum Vermittlungstätigkeit anfällt.
|
Beratung
|
|
Beratungskontakte
(ohne
Beratung in der Vermittlung)
|
Beratung im
Rahmen der
Vorsorgemöglichkeiten
|
|
telefonisch
|
Büro
|
Post
|
Hausbesuche
|
telefonisch
|
Büro
|
Post
|
Hausbesuche
|
|
|
338
|
183
|
22
|
7
|
18
|
25
|
18
|
2
|
Die Beratungstätigkeit des SKFM erstreckt sich mittlerweile
nicht nur auf Bereiche des Betreuungsrechts und der Vorsorgevollmacht. Zunehmend
werden wir auch zu sozialrechtlichen Themen angefragt. Dies betrifft
insbesondere Fragestellungen und Unklarheiten zum Krankenversicherungs- und
Pflegeversicherungsrecht.
Steigend ist der Bedarf an
Informationsmaterial und Broschüren, die wir gerne an interessierte Menschen
weitergeben.
Wir beobachten eine zunehmende Verunsicherung in der
Bevölkerung, v. a. zu den Themen: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Auch
im Hinblick auf das Bestreben des Gesetzgebers sich auf eine gesetzliche
Regelung zu einigen, sind wir schon angefragt worden.
Die Verunsicherung
der Bürger ist nach unserer Meinung in der hohen Medienpräsenz und zum Teil
diffuser Berichterstattung zu diesen Themen zu erklären.
|
Fortbildung/Erfahrungsaustausch
|
2007
|
2008
|
|
" TREFF's" (
Erfahrungsaustausch in St.Wendel)
|
11
|
9
|
|
" TREFF's" in Heimen
|
5
|
3
|
|
Fortbildung mit Referenten
|
6
|
2
|
|
Schulung für Betreuer (1 x 5
Veranstaltungen)
|
1
|
1
|
Die TREFFs dienen dem Erfahrungsaustausch für
Betreuerinnen und Betreuer unter Anleitung der hauptamtlichen
Mitarbeiter. Bei den Fortbildungen mit Referenten handelt es sich vor
allem um Informationen, die im Zusammenhang mit Betreuungen relevant
sind. Es werden vor allem Themen aus dem sozialen und psychiatrischen
Bereich behandelt. Nach wie vor findet die Schulungsveranstaltung sehr
großen Zuspruch. Die Schulung umfasst 5 Einheiten und bereitet
interessierte Menschen auf eine Tätigkeit als ehrenamtliche Betreuer
vor. (Die Schulung wird vom hauptamtlichen Mitarbeiter des SKFM
durchgeführt.)
Im Jahre 2008 fanden zusätzlich zu den
„normalen“ TREFFS in der Domgalerie, 3 TREFFS in Heimen statt um auch
interessierten Menschen, die nicht nach St. Wendel kommen können,
dezentral eine Anlaufstelle bieten zu können.
Die
Fortbildungsveranstaltungen werden zum Teil in Zusammenarbeit mit der
Katholischen Erwachsenenbildung angeboten.
|
Öffentlichkeitsarbeit
|
2007
|
2008
|
|
Referententätigkeit des hauptamtlichen Mitarbeiters
|
13
|
10
|
Die Referententätigkeit außerhalb des SKFM wird
überwiegend zu Themen der Vorsorgemöglichkeiten gewünscht.
Seit 9 Jahren ist unser Verein mit einer eigenen Homepage (www.skfm-wnd.de),
die mehrmals jährlich aktualisiert wird, im Internet vertreten. Es
stehen dort Formulare für Betreuung und Vorsorge zur Verfügung.
Aufgaben nach § 7 VBVG
(hauptamtliche Führung von
Betreuungen) |
|
Vom hauptamtlichen
Querschnitt-Mitarbeiter geführte Betreuungen
|
2007
|
2008
|
|
Im Berichtsjahr insgesamt
geführte Betreuungen
|
10
|
9
|
|
davon aus den Vorjahren
übernommen
|
6
|
8
|
|
neue Betreuungen im
Berichtsjahr
|
4
|
1
|
|
im Berichtsjahr an andere
Betreuer übertragen
|
0
|
0
|
|
im Berichtsjahr beendete
Betreuungen
|
2
|
0
|
|
in das neue Jahr übernommene
Betreuungen
|
8
|
9
|
|
|
|
Von den Vereinsbetreuern geführte
Betreuungen
|
2007
|
2008
|
|
In Berichtsjahr insgesamt
geführte Betreuungen
|
93
|
95
|
|
davon aus den Vorjahren
übernommen
|
57
|
69
|
|
neue Betreuungen im
Berichtsjahr
|
13
|
26
|
|
im Berichtsjahr an andere
Betreuer übertragen
|
11
|
4
|
|
im Berichtsjahr beendete
Betreuungen
|
12
|
17
|
|
in das neue Jahr übernommene
Betreuungen
|
70
|
74
|
Vom SKFM St. Wendel wurden in 2008 über 200
Betreuungen durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
geführt.
|
Zusammenfassung und Ausblick |
Im Jahre 2008 bekam der SKFM 68 Anfragen im Rahmen seiner
Vermittlungstätigkeit. 43 Betreuungen konnten an ehrenamtliche Betreuer
vermittelt werden. Es wird deutlich, dass wegen verschiedener Schwierigkeiten
nicht alle Betreuungen ehrenamtlich geführt werden können und sollen. Wir
bemühen uns aber trotzdem für jede Anfrage zur Übernahme einer Betreuung einen
geeigneten ehrenamtlichen Betreuer zu finden. Sollte dies mal nicht möglich
sein, hat der Verein auch die Möglichkeit, schwierige Betreuungen durch seine
hauptamtlichen Mitarbeiter zu übernehmen. Wir bedanken uns an dieser
Stelle bei allen ehrenamtlichen Betreuern für ihr Engagement und ihren Einsatz
für die betroffenen Menschen. Eine ehrenamtliche Tätigkeit als
Betreuer ist oftmals mit Widrigkeiten in der Ausübung verbunden. Dieses fängt
bei der immer komplizierter werdenden Gesetzgebung an und endet mit der
Notwendigkeit des Betreuers unangenehme Entscheidungen für den Betroffenen
treffen zu müssen. Ein Betreuungsverein wie der SKFM St. Wendel hat die
gesetzliche Aufgabe den ehrenamtlichen Betreuern Hilfe und Halt zu bieten, sie
fortzubilden und Ansprechpartner und Berater zu sein. Im Rahmen des
Erfahrungsaustausches und diversen Fortbildungsveranstaltungen versuchen wir
unsere ehrenamtlichen Betreuer „auf dem Laufenden“ zu halten und bieten auch
Sprechzeiten im Büro oder telefonisch an.
Die Thematik der
Vorsorgemöglichkeiten ist in den letzten Jahren auf viel Interesse gestoßen. Als
Betreuungsverein werden wir darauf sehr oft angesprochen und stehen als
Referenten zur Verfügung. Immer öfter nehmen wir die Aufgabe wahr, auch
bevollmächtigte Personen zu beraten.
Aus dem Vorstand des SKFM St. Wendel
gibt es Neues zu berichten. Unser langjähriger Schatzmeister Herr Ferdinand
Schmidt konnte seine Tätigkeit aus privaten Gründen nicht mehr fortführen. Herr
Schmidt hat im Vorstand des SKFM seit 1991 mitgewirkt. Wir bedanken uns an
dieser Stelle ganz herzlich für seine langjährige Arbeit und Treue. Zum neuen
Schatzmeister wurde Herr Helmut Brandt aus St. Wendel gewählt.
Wir
vertrauen darauf, dass wir mit Gottes Hilfe und der Tatkraft der haupt- und
ehrenamtlichen Mitarbeiter auch im Jahr 2009 dem Wohle der uns anvertrauten
Menschen gerecht werden.
St. Wendel, im Januar 2009
|